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Die Geschichte der Brahmsstraße

Frankfurt am Main ist mit fast 600.000 Einwohnern die größte Stadt Hessens und die fünftgrößte Deutschlands. Der Ortsteil „Nordend” entstand während der Gründerzeit. Der Stadtteil hat mit rund 54.000 Einwohnern die höchste Einwohner–Dichte des Stadtgebiets und beherbergt unter anderem die Deutsche National–Bibliothek, die nur wenige Schritte von der Brahmsstraße entfernt liegt, und eine Fachhochschule.

Auf dieser Seite wird ein wenig auf die Geschichte der Brahmsstraße eingegangen - bis zur Gegenwart.

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Die frühen Jahre

Der Porzellan–Griff eines Toilettenabzugs mit einer Aufschrift.
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Die Wohnhäuser der östlichen Zeile der Brahmsstraße wurden 1900 erbaut. Selbst wer erst in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts hier einzog, fand oft noch allerlei Spuren der damaligen Bauweise und Ausstattung. Als Beispiel mag der gezeigte Porzellan–  Abzugsgriff einer Toilette mit „Hochspüler” dienen. Er trägt die Aufschrift „W. Ohlenschläger - Hofspenglermeister - Installations–Geschäft - Königstein i.T.”. Typisch für den Schnitt der Arbeiter–  Wohnungen war das „Frankfurter Bad”, eine Badewanne in einer Nische des größten Zimmers.

Hohe Decken, crème–rote Fliesen im Eingang, Klo und der Küche, die Eichendielen im Rest der Wohnungen und die kleinen Gärten tragen viel zum liebenswerten und historisch gewachsenen Ambiente der Altbauten bei. So wundert es nicht, dass sich etliche Bewohner der Brahmsstraße schon seit über zwanzig Jahren hier wohl fühlen und die Straße als ihre Heimat betrachten.

Erst Anfang 1906 wurde die Erlaubnis zum Bau des St. Marien–  Krankenhauses am Nordendplatz erteilt. Der ursprüngliche Bau wurde im Frühjahr 1907 vollendet. Er bestand „nur” aus dem Viertel beim heutigen Spielplatz und dem imposanten Zug entlang der westlichen Seite der Brahmsstraße. Seitdem schlägt den Anwohnern die Glocke der Kapelle morgens um 7:00 und nachmittags um 18:00 Uhr.

Der Krankenhaus–Haupteingang befand sich damals (und bis 1961) in der Mitte der Längszeile unterhalb der Kapelle. Fünf Rundbögen mit einer dahinter liegenden Treppe zum Hochparterre boten den Besuchern und Notleidenden einen großzügigen Zugang. Davor standen die Pferdedroschken - heute motorisierte Taxis. Beachten Sie bitte die heute überbauten Gärtchen rechts und links des damaligen Haupteingangs.

Am heutigen Spielplatz wurden damals die Kastanienbäume gepflanzt. Diese haben unterdes stattliche Höhen von teils über zwölf Metern erreicht und spenden den spielenden Kindern und ihren Betreuern im Sommer großzügig Schatten.

 
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Die jüngere Zeit

Der Eingang zum St. Marienkrankenhaus wurde 1961 in die Richard Wagner–Straße verlegt. Damit gab es nur noch auf einer Seite der Straße Eingänge, mit Ausnahme des heutigen kleinen Nebeneingangs am südlichen Ende des Krankenhaus–Hauptgebäudes.

Ungewöhnlich ausgeprägt ist die nachbarschaftlich–freundliche Stimmung zwischen den Nachbarn. Viele sind miteinander per Du. Man trifft sich auf der Straße oder am „Wasserhäuschen”, wo es Eis, Süßigkeiten, Getränke, Zeitschriften und Tabakwaren von früh morgens bis spät abends gibt. Für einen Gruß oder einen kleinen Schwatz ist immer genug Zeit.

Ab dem Nachmittag trudeln an der Ecke Lenaustraße / Nordendstraße die ersten Besucher im Café Größenwahn ein zum Kaffee, einem ersten Bier oder „Ebbelwoi” (Apfelwein). Von dort sind es nur wenige Meter zum nächsten Supermarkt, zu Drogerien, zu Apotheken und den vielen Geschäften in der Glauburgstraße. Die viel befahrene Nibelungenallee ist ganz in der Nähe, dennoch ist vom Verkehr allenfalls ein leises Rauschen zu hören. Die Rufe der Kinder auf dem Spielplatz sind deutlicher.

Vom Süden her ist die Brahmsstraße nur über die Nordendstraße erreichbar. Vom Norden her - dem Alleenring - heißt es „Anlieger frei”. Damit ist die Brahmsstraße (fast) eine Einbahnstraße ohne Durchgangs–  Verkehr, denn wenden in der Straße selbst ist gestattet.

Die Parkplätze in der Brahmsstraße wurden mehrfach umgebaut. Heute dürfen auf der Ostseite nur Bewohner mit Parkausweis parallel zum Bürgersteig parken, gegenüber sind zahlreiche Parkplätze für jedermann (schräg zur Straße). Diese werden oft von den Studenten der nahen Fachhochschule und den Besuchern des „Größenwahns” benutzt, und natürlich von den Krankenhaus–Besuchern, die sich die Parkgebühren sparen möchten.

 
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Die Gegenwart

Viele Wohnungen in der Brahmsstraße wurden im Lauf der vergangenen Jahre in Eigentumswohnungen umgewandelt. Die Zusammensetzung der Anwohner hat sich ein wenig verändert. Viele „Neue” fühlen sich jedoch bald wohl, sodass der stete Wandel nichts am Lebensgefühl ändern konnte. Nach wie vor wohnen hier etliche Ausländer, was alle als Bereicherung empfinden. Gerade die Menschen aus dem Süden kommen mit unserer „sonnigen” Art gut klar ( zwinker ).

Viele, viele Kinder sind seit den achtziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts hier geboren worden - meist im Marienkrankenhaus oder dem benachbarten Bürgerhospital - und zu Erwachsenen geworden. Noch heute trudeln viele Kinder mittags von der Schwarzburg–Schule in der heimischen Straße ein.

Seit 1998 gibt es alljährlich im Sommer ein besonderes Ereignis. Da wird in der Brahmsstraße 12 das berühmt–berüchtigte Hoffest gefeiert. Die freundlichen Polizeibeamten auf dem Revier in der Mercatorstraße drücken - so lange es eben geht - ein Auge zu. In den frühen Morgenstunden sind es aber meist doch sie, die den Netzstecker ziehen. Dass sich wegen der hübschen weiblichen Gäste besonders junge, männliche Beamte um die Aufgabe der Ermahnung reißen, dürfte eher ein Gerücht sein .

Der friedlichen und ruhigen Idylle mit hübschen Hinterhöfen und Gärten, in denen die Nachbarskinder zusammen spielen, droht ab 2009 Unruhe. Der geplante Rückbau des Eingangs zum Marienkrankenhaus in die Brahmsstraße mit den üblichen Konsequenzen (längerer Baulärm, Verlust der ohnehin knappen Parkplätze) hat die Bewohner verschreckt und verärgert. Sie befürchten einen deutlichen Einbruch der Wohnqualität - wobei, das sei klar gesagt, alle Anwohner Kosteneinsparungen, eine bessere Versorgung der Patienten und Synergie–Effekte befürworten. Dafür braucht es jedoch keinen Krankenhaus–Eingang in der Brahmsstraße.

 
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